Alexander „Basti“ Bestle hat uns am 26. März 2025 für immer verlassen.

Vor fast zwanzig Jahren trat er dem Verein „Partnerschaft mit Alem Katema“ bei und hat seine Kraft, seinen Ideenreichtum, seine Begeisterung und Energie eingebracht. Lange Jahre war er im Vorstand und hat diesen über mehrere Wahlperioden inspiriert und vorangebracht. Die Aufgabe der Öffentlichkeitsarbeit des Vereins füllte er als gelernter Journalist während der Zeit erfolgreich aus und wurde so zu Gesicht und Stimme des Vereins.
Alexander konnte sich gut in die Lage vor Ort einfühlen. Er war immer über Ereignisse und die Lage in Äthiopien und Alem Katema hervorragend informiert und dort auch bestens vernetzt. Auch hier in Deutsch¬land baute er ein breites Netzwerk auf. Er war unermüdlich und geschickt darin, Interessierte zu informieren, potentielle Unterstützer zu gewinnen und arbeitete im Sinne der Partner¬schaftsidee auch für verwandte Organisationen: MfM, DÄV oder ProEthiopia. Und so konnte er für interessante Vorträge und Diskussionsrunden zu Äthiopien Persönlichkeiten und Experten wie Asfa-Wossen Asserate oder Dr. Brandis von Menschen für Menschen gewinnen.

Er lenkte den Blick des Vereins vom überwiegenden Schwerpunkt „Bildung und Kultur“ auch auf andere, an den aktuellen Nöten der Menschen orientierte Themen. So organisierte er die Unterstützung des Krankenhauses mit 65 zeitgemäßen Krankenhausbetten. Er initiierte die COVID-19-Taskforce, um Bevölkerung und Krankenhauspersonal mit verbesserter Hygiene und Gerät zu schützen.

Die Perspektivlosigkeit junger Menschen nach dem Ende der Ausbildung motivierte ihn zu Initiativen zur Beschäftigungsförderung und Förderung von Selbstständigkeit, um die Abwanderung zu bekämpfen. Geschickt im Anwerben verschiedener Fördermittel startete er Projekte für Weber, zur Textilherstellung, zur Herstellung alltäglicher Produkte wie z.B. Pflastersteine, für das Internet-Café als Profitcenter, er führte Entrepreneurship-Trainings durch und startete mit anderen die Initiative SEED, um diese Aktivitäten auszubauen und zu stärken. Er investierte persönlich viel Zeit und Aufwand, um den Erfolg dieser Projekte vor Ort zu sichern.

Dass unser Verein heuer voraussichtlich die Eröffnung des dringend benötigten, neuen Kindergartens feiern darf, ist allen voran sein Verdienst. Jahrelang kam die Finanzierung des Projekts nicht voran. Ohne seine Initiative hätte der Partnerschaftsverein das Wettrennen zwischen Spendeneinnahmen und der Inflation nicht gewinnen können. Den Durchbruch schaffte er mit der enorm anstrengenden, aber auch enorm erfolgreichen Spendenkampagne, den „Ziegelsteinen für den Kindergarten“. Nach zwei Jahren harter Arbeit konnte der Verein die Finanzierungs¬zusage für das Projekt im Herbst 2022 geben.

Basti war fast zwanzig Jahre ein Motor unserer Partnerschaft zwischen Vaterstetten und Alem Katema. In Alem Katema war er wohl nach Karlheinz Böhm der bekannteste „Ferengie“ (Ausländer) und beste Botschafter der Partnerschaft. Die Menschen dort sahen in ihm einen wahren Freund. Seine Arbeit, sein freundliches und begeisterndes Wesen brachten ihm viel Zuneigung und Anerkennung auch in Äthiopien. Von dort, insbesondere aus Alem Katema und Addis Abeba, kommen viele Trauerbekundungen, die seine Initiativen würdigen.

Nur eine Sache war ihm wichtiger: seine Familie. Für seine drei Söhne ließ er alles andere stehen, Unternehmungen mit seiner Familie waren ihm heilig. Nun nahm ihn eine schwere Krankheit aus ihrer Mitte weg. Mit dem Herzen sind wir bei seiner Familie.

Wir verlieren einen prägenden, herausragenden Unterstützer der Partnerschaft, der eindrucksvolle Ergebnisse geschaffen hat und mit dem uns unzählige, schöne und wertvolle Erinnerungen verbinden.

Wir sind dankbar für die gemeinsame, erfolgreiche Zeit, die Freundschaft und wir trauern mit der Familie.
Amesegenallo, አመሰግናለሁ

Danke, Basti

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